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Vier Projekte wurden für herausragende medienpädagogische Arbeit ausgezeichnet

Am Samstag, 24. November wurde in Bielefeld zum ersten Mal der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur gemeinsam ausgelobte neue Dieter Baacke Preis verliehen.
Mit dem bundesweit ausgeschriebenen Preis werden beispielhafte Projekte prämiert, die im Umfeld der Bildungs- Sozial- und Kulturarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien entstanden sind. Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht die medienpädagogische Projektarbeit.

Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert und geht an die JH Lindlar für ihr Projekt "Auf der Suche nach Wasser".
Die Jugendherberge Lindlar, ein alter und gleichzeitig radikal neuer Ort des Lernens, ist seit einigen Jahren zum interdisziplinären Umweltstudienplatz geworden. In Ferienfreizeiten lernen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und14 Jahren ihre Erfahrungen in der Natur, sowie abstrakte ökologische Themen im Rahmen der Agenda 21, spielerisch und auf pädagogisch unkonventionelle Weise mit Medien aufzubereiten. Drehbuch texten, Sound mischen und die Arbeit mit kreativen Computerprogrammen wechseln sich ab mit Lagerfeuer, Schwimmbad, Sternennacht und Grillen in der Ruine. Ein wahrhaft offensiv multimediales Projekt wird am Ende auf eine CD-Rom gepresst. Für diese unkonventionelle Herangehensweise, die z.T. provozierend interdisziplinär arbeitet und Medien- mit Umwelt- und Museumspädagogik verbindet, wird der Jugendherberge Lindlar, auch als originell erschlossenem Lernort, der erste Preis verliehen.

Die hohe Qualität der Einsendungen hat die Jury dazu gebracht, den 2. Preis von 1500 EURO zu teilen.
So geht der 1. Teil des Zweiten Preises an das Medienprojekt der Stadt Wuppertal mit dem "Zyklus zum Thema Sucht".
Seit 1992 fördert die Wuppertaler Einrichtung mit großem Erfolg und viel Engagement den Selbstausdruck und die Medienkompetenz von Jugendlichen. Bei dem prämierten Projekt "Zyklus zum Thema Sucht" handelt es sich um intensive authentische Filme, die den Umgang mit "Ecstasy" "Cannabis", "Alkohol", "Migration und Sucht" und "Essstörungen" aufgreifen. Durch biografische Reflexion und filmische Artikulation wurde mit dem Projekt die Medienkompetenz aller Beteiligten vielfältig gewährleistet.

Der zweite Teil des Zweiten Preises geht an Radio Hertz Junior aus Bielefeld.
Die von 12- 14 Jährigen Schülern und Schülerinnen produzierte, wöchentlich ausgestrahlte Sendung macht Kindern und auch Erwachsenen Wissenschaft transparent. Ausgehend von ihrer eigenen Neugier und ihren Interessen erwerben die Kinder auf vorbildliche Weise Medienkompetenz, Selbstbewusstsein, Verständnis und Kritikfähigkeit. Aktiv werden Wissenschaftler von Kindern aus dem vermeintlichen Elfenbeinturm gezogen und ihrer ehrwürdigen Existenz im grauen oder weißen Kittel beraubt. Lebendig und originell wird Wissenschaft als etwas Greifbares und Realität unmittelbar Betreffendes dargestellt.

Der mit 500 Euro ausgezeichnete dritte Preis geht an das seit 1993 existierende Projekt "Dahlen Movie" des Medienpädagogischen Verbundes Landkreis Meißen.
Dahlen Movie 2001 ist ein Ferienfilmcamp im sächsischen Dahlen, das in herausragender Weise medienpädagogische Aktivität und betreute Freizeit integriert. Unter der Leitung des Medienkulturzentrums Dresden, mit Unterstützung der Stadt Dahlen dient es dazu, 50 Kinder in alle Tricks und Kniffe des Filmemachens einzuführen.