Wettbewerb      infoflow      nexum      Themen      Infoshop
      Themen - Medienpädagogischer Praxistest    
  Netzwerk

Projekt im Blick

Diskussionsforum     

Kontakt

Impressum



Hier gelangen Sie zur Homepage der GMK.
   
Safer Internet for family
Christian, 13 Jahre, hat seit kurzem einen eigenen Internetzugang. Bisher durfte er nur unter Aufsicht am Rechner seines Vaters ins Internet. Seine Mutter hat nach ihrer eigenen Angabe überhaupt keinen Bezug zum Internet bzw. zum Computer. Beide Eltern finden einen sinnvollen Umgang mit dem Internet im Rahmen ihrer Erziehungsziele für wertvoll. Nach einigen negativen Erfahrungen mit dem download von Dialer-Programmen und dem unkontrollierten Surfen entschied sich der Vater für einen sehr geschützten Zugang über T-Online.


 
Zusätzlich wurden die Browsereinstellungen des Internetexplorers sehr eng eingestellt und in den Einstellungen des Routers bekannte Seiten mit pornographischem und gewaltverherrlichenden Inhalten gesperrt. Durch diesen dreifachen Schutzmechanismus über T-Online, die Browsereinstellungen und die Routerkonfiguration hat die Familie technisch gesehen den optimalen Schutz. Christian kann allerdings nur noch mit der zusätzlichen Kennwortfreigabe seines Vaters auf viele der gefundenen Seiten kommen. Die Versuche während des Tests auf www.mediageneration.net oder www.loveline.de zu kommen, ließ der Filter nicht zu...

Die beiden werden gemeinsam die engen Maschen des aufgebauten Schutzwalles durch stufenweises Freigeben auf ein vernünftiges Maß ausweiten müssen. Die hohe technische Kompetenz dieses Vaters, der die umfangreichen Filter eingebaut hatte, muss nun um die gemeinsame medienpädagogische Kompetenz erweitert werden, die die Familie sich beim gemeinsamen Abstecken des Terrains im www nun erarbeiten muss.
 
Ganz anders bei Rebekka (10) und ihrer jüngeren Schwester Evelyn (6 Jahre). Sie surfen ohne jede Beschränkung durch Filter im Internet. Die Mutter hatte die Kindersicherung bei AOL aktiviert, sie allerdings sehr schnell wieder abgeschaltet. “Mama war vollkommen genervt, als nicht alles mehr ging und wir ständig bei ihr nachfragen mussten!” erklärte uns Rebekka und wird dabei unterstützt von der kleinen Schwester. Die drei haben nach einiger Auseinandersetzung einen eigenen Weg gefunden.

Die Kinder erzählen der Mutter am Abend, wo sie überall im Internet gewesen sind. Manchmal schaut sich die Mutter gemeinsam mit den Kindern Internetseiten an, von denen die Kinder erzählen oder surft mit den Kindern gemeinsam. Die Mutter erklärt uns: “Ich möchte mit meinen Kindern einen eigenverantwortlichen Umgang, auch was ihren Medienkonsum anbelangt, erlernen. Durch diese absolute Offenheit entsteht eine gemeinsame Ebene des Vertrauens. Technisch bin ich ja froh, dass das Ding (der Computer!) endlich läuft und warum soll ich es mir nun durch zusätzlichen technischen Kram wieder schwerer machen.”


Beide Ansätze zeigen deutlich, dass die Entscheidung für ein Medium auch einen entsprechenden subjektiven pädagogischen Handlungskontext ermöglicht.

Jede Familie muss ihren eigenen Weg zur Medienkompetenz finden.


zurück