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Dark Age of Camelot inkl. Shrouded Isles Add-on

USK: freigegeben ab 12 Jahren
Spieler: 1, unbegrenzt online
Preis: circa 45 Euro
Onlinekosten: 1 Monat inklusive, dann 10 Euro monatlich


 
Massively Multiplayer Online Role Playing Games, kurz MMORPGs genannt, sind ein Subgenre, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Die Tatsache, dass hier eine komplexe und veränderbare Welt mit Platz für eine große Zahl von Besuchern geboten wird sorgt dafür, dass Fans einem guten Spiel dieser Sparte ungewöhnlich lange die Treue halten. Gemeinsame Erkundungen der Umgebung, Kämpfe mit- und gegeneinander sowie lange Unterhaltungen schweißen zusammen und lassen Online-Freundschaften entstehen, die Jahre halten können und durch immer neue Ausflüge ins virtuelle Abenteuer gepflegt werden.

MMORPG-Zocker satteln nur selten um, aber wenn es passiert, wenden sie sich in der Regel komplett von ihrer ehemaligen Lieblingsfreizeitbeschäftigung ab, da es zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde, an mehreren Rollenspielen aktiv teilzunehmen und natürlich auch monatliche Gebühren anfallen. So kommt es in regelmäßigen Abständen zu einer Mini-Revolution in der Szene. Nach Ultima Online und Everquest schnappte sich Anfang 2002 der Internet-Epos Dark Age of Camelot den Genre-Thron und wird seitdem durch eine große Online-Gemeinschaft sowie regelmäßige Patches und die Erweiterung Shrouded Isles am Leben gehalten.

Die Geschichte mischt hemmungslos die Legende von König Artus mit nordischen und keltischen Sagen und seltsamerweise passt am Ende alles zusammen. Nach dem Tod des weisen Herrschers droht das Reich Albion im Chaos zu versinken. Die Nachbarn Hibernia und Midgard sehen ihre Chance gekommen und greifen die Länder Camelots an. Als Spieler hat man nicht nur die freie Auswahl des Wohnorts, sondern kann sich außerdem noch Rasse, Geschlecht, Beruf und Aussehen der eigenen Spielfigur aussuchen.

 

Das Game erfindet das Genre nicht neu, begeistert aber durch die Verbesserung vieler altbekannter Elemente. Während das simple Kampfsystem anfangs für etwas Ernüchterung sorgt, wird schon kurze Zeit später klar, dass die Duelle mit Monstern oder anderen Spielern sehr viel mehr zu bieten haben, als in den ersten Stunden gezeigt wird. Allein kann der eigene Charakter schnell die unteren Levels erreichen, aber dann müssen Verbündete gesucht werden, um auch die größeren Herausforderungen zu meistern. Die Zusammenstellung einer Gruppe von virtuellen Abenteurern kann knifflig sein, da sich die einzelnen Mitglieder durch Stärken und Schwächen unterschiedlich gut ergänzen. In den Kämpfen treffen Einzelgänger, computergesteuerte Figuren, Gruppen oder auch ganze Reiche aufeinander. Es gibt sogar epische Schlachten, in denen Mitglieder der grundsätzlich verfeindeten Reiche ein Bündnis eingehen und gemeinsam gegen ein gigantisches Ungeheuer antreten. Der Einsatz von Gegenständen, Fähigkeiten und Magie muss dabei jeweils der Situation angepasst werden. Obwohl Kampf ein zentraler Bestandteil des Gameplays ist, hat das Spiel auch friedfertigen Naturen einiges zu bieten. So lange der direkte Einflussbereich des eigenen Landes nicht verlassen wird, besteht keine Gefahr, angegriffen zu werden und ein ungestörtes virtuelles Zweitleben ist möglich. Der übersichtliche textbasierte Chat und das strukturierte Handelssystem machen Dark Age of Camelot auch in Friedenszeiten interessant. Da sich Ausrüstungsgegenstände wie in der Realität im Laufe der Zeit abnutzen, werden Tausch, Kauf und Verkauf zu wichtigen Bestandteilen des Spiels. Dark Age of Camelot erlaubt und belohnt sogar gewalttätige Handlungen, hält sich bei der Darstellung aber vornehm zurück. Doch obwohl Duelle und Kriege zwischen ganzen Völkern vorkommen können, liegt es im Endeffekt am Spieler selbst, wie er das Leben seiner Figur gestaltet.

Grafisch merkt man weder dem Hauptspiel noch dem optisch leicht verbesserten Add-on ihr Alter an. Die beeindruckende 3D-Welt mit vielen liebevoll gestalteten Objekten weiß auch zwei Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung noch zu gefallen. Auch wenn die spärlich besiedelten Gebiete auf Dauer etwas langweilig aussehen, entschädigen die aufwändig konstruierten Städte, ansehnlichen Spielfiguren und tollen Effekte auf ganzer Linie für dieses Mini-Manko. Lediglich die nicht von Menschen gesteuerten Monster hätten abwechslungsreicher ausfallen und mit besseren Animationen versehen werden können. Die gute Grafik hat ihren Preis. Mindestens ein Pentium III mit möglichst aktueller Grafikkarte muss unter dem Schreibtisch stehen, wenn der Ausflug in die Welten von Dark Age of Camelot Spaß machen soll. Melodische und oft ruhige Töne begleiten gelungen durch die fantastischen Online-Abenteuer und täuschen darüber hinweg, dass die Soundeffekte teilweise unterdurchschnittlich sind.

Fazit:
Trotz seines in der Branche biblischen Alters von inzwischen zwei Jahren ist Dark Age of Camelot noch immer ein gut besuchtes und einsteigerfreundliches Online-Reich mit Tausenden von Spielern aus aller Welt. Anfangs ist es die spannende Geschichte mit netten Einzelherausforderungen, später sind es die neu gefundenen Verbündeten, die zu häufigen Besuchen motivieren. Es empfiehlt sich, zum Doppelpack inklusive Shrouded Isles zu greifen, da viele altgediente Helden inzwischen in die neueren und schöneren Reiche der Erweiterung abgewandert sind. Wer nur einmal reinschauen will, kann auch den Klassiker einzeln zum kleinen Preis ergattern. Nachdem Trials of Atlantis, der nächste Zusatz, gerade in den USA erschienen ist und dort nur mäßige Kritiken erhielt, bleibt abzuwarten, wie die Zukunft dieses MMORPGs aussehen wird.

GRAFIK
SOUND
SPIELSPASS
ORIGINALITÄT
TEAMGEIST
GEWALTHALTIGKEIT
8,5 (von 10)
7,5 (von 10)
9 (von 10)
8 (von 10)
9 (von 10)
8 (von 10)

 

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