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Amped 2 (Xbox)

USK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Spieler: 1-2 offline, 1-8 online
Preis: circa 60 Euro
Onlinekosten: im Xbox-Live-Abo inbegriffen

 
In jeder Wintersaison stehen Besitzer von PC oder Konsolen vor den Regalen der Händler und fragen sich, welches Spiel aus der unüberschaubaren Auswahl an Wintersport-Simulationen wohl das beste ist. Allein unter den Snowboard-Games buhlen zur Zeit gleich drei Fortsetzungen beliebter Klassiker um die Gunst der Käufer. Das konsolenübergreifend erhältliche SSX 3 tritt gegen die Exklusiv-Titel 1080° Avalanche (Gamecube) und Amped 2 (Xbox) an. Das Spiel für die Microsoft-Konsole versucht mit zwei Verkaufsargumenten die Konkurrenten auszustechen: hohe Realitätsnähe und Online-Funktionalität.

Genau wie der Vorgänger unterscheidet sich Amped 2 in wichtigen Punkten vom Großteil der restlichen trickbasierten Trendsportspektakel. Schnelle Finger helfen wenig weiter, denn selbst die waghalsigsten Manöver bringen kaum Punkte, wenn sie nicht im richtigen Stil gezeigt werden. Timing heißt das Zauberwort. Durch sanftes Drücken einer der Schultertasten oder leichtes Bewegen des linken Analog-Sticks gewinnen die Tricks an Ästhetik, es wird aber auch deutlich schwieriger, sicher zu landen. Amped-Neulinge werden viel Zeit investieren müssen, bevor es ihnen gelingt, die nicht sichtbaren Wertungsrichter zu beeindrucken. Dieses Snowboard-Spiel ist tatsächlich eher eine Simulation als eine übertrieben actionreiche Umsetzung der Sportart. Auch wenn die Luftakrobatik nicht so spektakulär wirkt wie in den Games der meisten anderen Hersteller, sorgt das gut durchdachte und herausfordernde Spielprinzip dafür, dass trotzdem bei jedem gelungenen Sprung Freude aufkommt.

Die größte Neuerung des Games ist der so genannte Butterslide. Mit diesem etwas kniffligen Balanceakt lässt sich die Zeit zwischen zwei größeren Tricks überbrücken, wodurch jetzt auch lange Kombinationen möglich sind, die mit einem wahren Punktesegen bedacht werden.

Amped 2 bietet sowohl Einzelgängern als auch Multiplayer-Freunden eine Vielzahl von Modi und Einstellungsmöglichkeiten. Das Herzstück bildet die Karriere, in der ein selbst kreierter Wintersportler an die Spitze der Weltrangliste geführt werden muss. An jedem Berg können eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben erfüllt werden, die mit neuen Levels, Profi-Videos und Punkten zur Verbesserung der eigenen Fähigkeiten belohnt werden. Neben der regulären Highscore gibt es auch noch eine weitere Wertung. In regelmäßigen Abständen stehen Fotografen an den Pisten. Nur wenn man diese virtuellen Fans ausreichend beeindruckt, schnellt der zweite Zähler in die Höhe. Zu den weiteren Mini-Missionen zählen besondere Tricks, mit denen man den Abstand zwischen zwei Objekten überbrücken muss, das Zerstören von Schneemännern und eine Reihe von Spezialabfahrten. Erwähnenswert sind hier die Snowskate-Events, in denen das Board nicht fest an den Füßen sitzt, was bedeutet, dass Tricks ausgeführt werden müssen, bei denen das Sportgerät festgehalten wird, um es nicht zu verlieren. Wie es sich für einen aktuellen Xbox-Live-Titel gehört, gibt es gleich mehrere Online-Modi für bis zu acht Spieler. Von einem Zeitrennen bis hin zu Kombinations- und Punkte-Duellen ist alles vorhanden. Wer lieber offline bleibt, hat die Möglichkeit, im Splitscreen gegen einen Freund anzutreten oder sich im lokalen Netzwerk mit anderen Xbox-Besitzern zu messen.

Grafisch hat sich seit dem ersten Teil nicht wirklich viel getan, was aber nicht bedeutet, dass Amped 2 mit optischen Leckerbissen geizt. Vor allem die Größe der Berge, von denen jeder gleich mehrere Abfahrten bietet, ist beeindruckend und auch die enorme Weitsicht sorgt für Atmosphäre. Die Animationen sind ebenfalls gelungen und die Tatsache, dass die trickbegleitenden Effekte eher spärlich ausfallen, passt perfekt in das Gesamtkonzept. Der Soundtrack, der mit eigenen Songs ergänzt werden darf, ist monströs. Zwar finden sich unter den Künstlern keine großen Namen, aber das stört kaum. Unter den über 300 Stücken von Independent-Interpreten dürfte jeder Zocker etwas Passendes finden. Die Effekte innerhalb des Games klingen realistisch, sind aber nicht sonderlich abwechslungsreich, was aber wohl auch daran liegt, dass ein Snowboard einfach nicht viele Geräusche von sich gibt.

Abgesehen von kleinen Rempeleien, die zwischen Boardern ausgetauscht werden, die sich zu nah kommen, ist Amped 2 ein gewaltfreies Spiel. Wenn misslungene Aktionen mit Stürzen oder einem unerwarteten Stopp vor einem Stein enden, sieht das zwar so aus, als ob es im wirklichen Leben starke Schmerzen verursachen würde, aber auf Blut oder andere Schock-Effekte verzichtet das Game völlig. Obwohl der Inhalt sicherlich keinen Grund darstellt, Kinder von der Software fernzuhalten, werden Anfänger mit der Steuerung hoffnungslos überfordert sein. Einige Erfahrungen mit dem Genre sollten auf jeden Fall vorhanden sein, da sonst schnell Frust aufkommen kann. Ein wesentlich einsteigerfreundlicher Genrevertreter ist beispielsweise Disney´s Extreme Skate Adventure, das zwar keinen Online-Modus bietet und auch nicht so aufwändig in Szene gesetzt wurde, dafür aber im Durchschnitt 15 Euro günstiger für alle aktuellen Konsolen zu haben ist.

Fazit:
Amped 2 ist die ideale Alternative für Spieler, die eine herausfordernde Steuerung mögen und denen die restlichen Trendsport-Games nicht realistisch genug sind. Das Tricksystem ist zwar nur schwer zu meistern, aber bringt nach einer entsprechenden Lernphase jede Menge Spaß. Der Karriere-Modus hat einen ordentlichen Umfang, aber die neuen Online-Features sowie das verbesserte Kombinationssystem sind die eigentlichen Gründe, um den Vorgänger endgültig in den Schrank zu stellen.

GRAFIK
SOUND
SPIELSPASS
ORIGINALITÄT
TEAMGEIST
GEWALTHALTIGKEIT
8,5 (von 10)
9 (von 10)
8,5 (von 10)
7,5 (von 10)
3 (von 10)
3 (von 10)

 

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