Welche
medienpädagogischen Ansätze werden verfolgt?
Welche Bereiche der Medienkompetenz fördert das Projekt?
Viele Jugendliche legen großen Wert auf Musik. Sie kann existentielle
Bedeutung erlangen. Jugendkulturen sind eine bedeutende Sozialisationsinstanz.
Sie definieren sich vor allem über eine bestimmte Musikrichtung. Dies
zeigt sich nicht nur in der Kleidung, die getragen wird, sondern hat Einfluss
auf das ganze Lebensgefühl und ist Ausdruck dessen.
Die Jugendphase
ist geprägt von der Ablösung vom Elternhaus, von inneren Konflikten
und körperlichen Veränderungen. Die Musik hilft, psychische Spannungen
zu verarbeiten. Sie kann (nicht nur) deswegen extrem sein und hat auch abgrenzende
Funktionen.
Jugendliche machen
Musik. Natürlich - in großer Anzahl - in einem institutionalisierten
Rahmen, so z.B. in Schulen, Musikschulen, Chören und Orchestern, wohl
ebenso viele aber auch in Eigenregie - Sie proben und sampeln in Jugendzimmern
und Kellerräumen, allein oder in der Gruppe. Diesen Jugendlichen ist
es wichtig ihr eigenes Ding' zu machen, ihre Erfahrungen, Meinungen,
Einstellungen, Probleme und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Sie betätigen
sich unter eigener Verantwortung kreativ und konstruktiv unter Einsatz von
Energie, Zeit und nicht zuletzt auch ihren (zumeist knappen) finanziellen
Ressourcen.
Jugendliche, die
auf diese Art und Weise Musik machen, brauchen Freiräume um ihre Kreativität
entfalten zu können, oftmals aber auch Hilfestellungen. In den vergangenen
Jahren haben sich die Bedingungen für jugendliche Musikerinnen und
Musiker insofern gewandelt, dass nicht mehr bei allen ein Proberaum, Instrumente
und Verstärker notwendig sind um loszulegen. Durch die Veränderungen
jugendkulturell relevanter Musikrichtungen sind auch die Produktionsmittel
andere als noch in den 80er-und 90er-Jahren.
Zu den Spielarten
des Rock (im weitesten Sinne) kamen neue Musikrichtungen hinzu, im Wesentlichen
waren dies Hip Hop und die unterschiedlichsten Formen elektronischer Musik.
Der Computer als musikalisches Arbeitsmittel hat stark an Bedeutung gewonnen,
sowohl als Instrument' und Arrangierwerkzeug' als auch als
Produktionsmedium.
Nicht verändert
hat sich hingegen sowohl die hohe emotionale Intensität der Musik
und die nach wie vor große Bedeutung der Texte als auch die Schwierigkeit
für junge Musiker, sich und ihre Musik öffentlich zu präsentieren.
Auftritte und auch eine gewisse mediale Präsenz sind für junge
MusikerInnen in aller Regel sehr wichtig. Denn nur dadurch, daß
sie sich und das, mit dem sie sich kreativ ausdrücken anderen präsentieren
können, haben sie die Chance, ein angemessenes Feedback, und damit
eine Bestätigung und neue Motivation für ihr Tun zu bekommen.
Es ist für junge Musikerinnen und Musiker (zumindest im Freiburger
Raum) äußerst schwierig sich in irgendeiner Form öffentlich
zu präsentieren. An dieser Stelle setzt das Projekt Soundcheck'
an.
Hier haben auch bildungsbenachteiligte
Jugendliche eine Chance zur Artikulation. Dieses Projekt ermöglicht
es, Zugang zu Jugendlichen zu finden, die ansonsten nur schwer zu erreichen
sind. Dabei spielen weder geschlechtsspezifische, noch bildungsspezifische
oder soziale Unterschiede eine Rolle, genauso wenig wie die nationale
Herkunft. Musik stellt ein gemeinsames Thema für alle dar.
Wir möchten jungen
Künstlern Spaß daran vermitteln, sich selbst zu verwirklichen,
kreativ am eigenen Projekt zu arbeiten und es erfolgreich zum Abschluß
zu bringen.
Am Ende der Aufnahmesession soll zum Einen die Veröffentlichung der
selbstproduzierten Musik auf einem Tonträger stehen, zum Anderen
aber auch eine selbstgestaltete Präsentation im Internet durch das
Projekt Soundcheck'.
Im Bereich der Musikaufnahmen
arbeiten wir in geschlossenen Projekteinheiten. Gemeinsam mit den Jugendlichen
wird ein Ziel (also die Erstellung eines Tonträgers und der eigenen
Website) anvisiert und die Umsetzung in überschaubaren inhaltlichen
und zeitlichen Schritten geplant und verwirklicht. Arbeitsprinzip dabei
ist die Gruppenarbeit, die Gruppen können schon bestehen oder neu
formiert werden. Die Jugendlichen sollen dies möglichst eigenverantwortlich
tun. Wesentlich ist dabei, neben dem Produkt', vor allem auch der
Prozess der gemeinsamen Umsetzung.
Durch die vielseitigen
Arbeiten am Computer im Bereich der Musikproduktion und dem Erstellen
der Materialien für die Website (Bilder, Texte, Audiofiles), vor
Allem aber natürlich durch die Arbeit an der Homepage selbst, wird
die Medienkompetenz der Zielgruppe gestärkt.
|