Interviews

Name:
Jutta Hölscher
Tätigkeit:
Medienpädagogin
Institution:
Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland (EkiR)
GMK-Expertenbefragung 2005
Jutta Hölscher
Beschreibe bitte Deinen Tätigkeitsbereich. Was machst Du als Medienpädagogin?
Ich arbeite beim Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland (EkiR). Wir sind einerseits Geschäftsführung für den Jugendverband Evangelische Jugend im Rheinland, und somit auch zuständig für die demokratischen Strukturen, mit denen wir arbeiten: Beratung und Begleitung ihrer Gremien und Konferenzen mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, wo die Generalthemen festgelegt werden. Zum anderen haben wir Servicefunktion für die, die in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen, auch in der Landeskirche und Kirchenleitung für Kinder und Jugendliche tätig sind. Das sind Hauptamtliche und Ehrenamtliche, Jugendliche und Erwachsene, in derzeit 811 Kirchengemeinden von Emmerich bis Saarbrücken. Wir organisieren Fachtagungen oder werden angefragt, wenn bestimmte Themen bearbeitet werden sollen, zur Begleitung und Beratung Ich bin mit halber Stelle Referentin für Medienpädagogik.
Hat sich Dein Arbeitsbereich in den letzten Jahren stark verändert?
Ich habe vor zehn Jahren angefangen. Damals wurde die Stelle neu eingerichtet. Vorher gab es ein Referat Kulturpädagogik, das wurde entsprechend der Bedeutungszunahme von Medien geteilt Als ich anfing, gab es noch nicht einmal einen PC. Ich habe zunächst das Referat und danach ein Netzwerk aufgebaut. In den letzten Jahren hat sich meiner Meinung nach sehr viel verändert. Zunächst ging es darum zu klären, was machen Medien, was dürfen die überhaupt. Dann ging es um eine Ausstattungsoffensive. Wir mussten z.B. Internetcafés anbieten , die alle ausgestattet werden mussten. Das haben wir auch finanziell gefördert Jetzt ist das Medienthema eher inhaltlich orientiert. Es gibt immer mehr TV - und Spielfilmformate, die ganzen technischen Spielereien MP3-Player usw., die die Jugendlichen rund um die Uhr nutzen. . Jeder kann auf dem Markt anbieten, was er will. Wir Pädagogen allgemein und Medienpädagogen im Speziellen sollen dann die Folgen bearbeiten. Wieso sind die Jugendlichen nicht medienkompetent? Wieso ballern die in der Gegend rum? Wir werden als Reparaturbetrieb angesehen. Medien, Werbung und Merchandising nehmen ein Ausmaß an, dass man sich ihnen nicht entziehen kann. Es kann nicht nur darum gehen, mit dem, was uns angeboten wird oder was auf dem Markt geschleudert wird, zu arbeiten. Sondern wir müssten wirklich einmal medienkritisch überlegen, wo ist die Grenze und was lassen wir uns überhaupt gefallen. Oder worüber brauchen wir uns gar nicht aufzuregen.
Bezieht sich das auf die Medienentwicklung oder auf Aufgaben, die man jetzt übernehmen muss?
Auf beides, die Medienentwicklung und die Aufgaben. Gibt es da eine Grenze? Ich denke da vor allem an die Fernsehformate. Mit den Supernannys werden z.B. pädagogische Themen aufgegriffen, da muss man natürlich auch genau hingucken. Wozu waren die Konzepte gedacht? Und wie werden sie jetzt mediatisiert und auf Mainstream gebracht? Mit diesen Themen werden wir konfrontiert.
Die natürlich auch ambivalent sind. Einerseits ist es schön, dass man sich mit Pädagogik befasst und andererseits ist es ein Konzept der einfachen Lösungen.
Dieses Konzept Triple P richtet sich an Eltern, die sich beraten lassen. Aber dort werden keine Kinder oder Eltern vorgeführt. Dass jemand hinter einem steht und einem sagt was richtig oder was falsch ist. Wie nehmen die Jugendlichen das wahr? Wir regen uns über viele Dinge auf und die machen schon längst etwas anderes. Die Aufgabe und die Rolle der Pädagogen ändert sich sehr schnell. Was wollen wir überhaupt, was können wir überhaupt. Wo liegt unsere eigene Medienkompetenz? Da gibt es verschiedene Methoden, damit umzugehen.
Eine Frage zu dem Arbeitgeber oder zur Kirche generell. Bist Du eher " eine Orchidee" oder gibt es viele ähnliche Arbeitsplätze bei den Kirschen? Gibt es die zukünftig noch oder werden die abgeschafft oder werden die ausgeweitet?
Die EkiR unterhält einen eigenen Medienverband, der Fortbildungen und Schulungen anbietet vom journalistischen Training bis hin zu medienkritischen Veranstaltungen, für Multiplikatoren, Konfirmandengruppen usw. Natürlich ist deren Hauptpart, Kirchengemeinden, Pfarrer und Pfarrerinnen, Presbyterien für die Öffentlichkeitsarbeit fit zu machen, nicht das, was wir in der Jugendarbeit als Medienpädagogik verstehen.
Ist Dein Bereich relativ sicher?
Hier werden perspektivisch bestimmte Arbeitsbereiche gestrichen. Ich laufe unter dem Label Jugendarbeit. Die Landeskirche muss bis zum Jahre 2012 generell 20% einsparen. Für unsere gesamte Einrichtung wird das wahrscheinlich zu regeln sein über den 'biologischen' Abbau'. Wenn ich gehen würde, würde die Stelle wahrscheinlich nicht wieder besetzt. Das liegt nicht am Thema, das ist eher eine Gesamtkonzeption, die Jugendarbeit an sich. Was brauchen wir da? Was ist nötig und was nicht?
Spielt europäische oder internationale Zusammenarbeit bei Dir eine Rolle?
Wir haben internationale Kontakte. Ich habe z.B. Projekte mit Griechenland gemacht. Es findet viel internationale Arbeit statt, aber konkret auf Medien bezogen ist das eher ein Zufallprodukt, hat mehr Begegnungscharakter. Das wird natürlich alles auch medial verarbeitet. Es ist aber nicht in dem Sinne eine medienpädagogisches Projekt.
Wie bist Du zur Medienpädagogik gekommen?
Ich habe Diplompädagogik studiert und habe das auch abgeschlossen. Dann kam die Familienphase mit drei Kindern. Dann habe ich in Bonn bei einer Radiowerkstatt angefangen, als die noch nicht auf Sendung war. Wir haben mit Bürgergruppen angefangen. Dort hatte ich irgendwann eine halbe Stelle. Als die mich nicht weiter übernehmen konnten, habe ich als Hörfunkautorin für die Kirche gearbeitet. Und dabei habe ich von der medienpädagogischen Stelle hier gehört. Das wollte ich immer machen. Etwas, das sich mit meinen Kindern vereinbaren ließ und was mir Spaß macht. Diese Verknüpfungen haben mich immer gereizt.
Du bist also über die Alternativbewegung, die sich dann auch für die Medien interessiert, in dieses Berufsfeld gekommen. Was würdest Studenten oder Jugendlichen empfehlen, die sich für diesen Bereich interessieren? Würdest Du empfehlen, das zu studieren oder andere Zugänge zu suchen? Oder würdest Du abraten, Medienpädagogik als Berufsfeld anzusteuern?
Generell sage ich immer, wenn es einen interessiert, soll man es auch studieren. Man muss das mit dem Herzen machen, dann findet man auch seine Wege. Aber man kann natürlich auch über einen Quereinstieg reinkommen. Man sollte sich aber klar machen, dass das Medienpädagogik weniger mit Glamour zu tun hat, als man sich vielleicht vorstellt. Sondern das ist wirklich knallhart und man sitzt oft zwischen den Stühlen, auch fachlich, inhaltlich, um zu recht zu kommen. Aber ich würde den jungen Leuten raten, wenn sie es wirklich wollen und es mit Herz machen, sich ein Gebiet zu suchen, worauf sie sich spezialisieren, sich da wirklich kompetent zu machen. Das vermisse ich manchmal, weil ich hier wirklich alles abdecken muss. Es gibt nicht spezielle Bereiche, sei es Filmgeschichte, Filmerleben, Jugendschutz in denen ich mich fit machen kann, sondern ich muss alles abdecken. Das finde ich manchmal etwas frustrierend und auch irgendwie demotivierend. Da würde ich raten, dass man sich einen Bereich raussucht, in den man sich wirklich reinhängt.
Das rate ich auch immer jungen Leuten, die mit mir darüber reden. Das trifft ja auf alle Berufsfelder zu. Wo gibt es wachsenden gesellschaftlichen Bedarf? Wo gibt es Defizite?
Eigentlich brauchen auch Erwachsene die Medienpädagogik. Man sollte auf Eltern schauen. Eltern benötigen heute beim Fernsehen u.a. viel mehr als früher die Fähigkeit zu gucken, was ihre Kinder konsumieren. Welche PC-Spiele lieben sie? Was finden sie im Internet? In dieser Hinsicht sollten die Eltern sensibilisiert werden. Überhaupt ist es schwierig in dieser Mediengesellschaft Kinder groß zu ziehen. Für die Kinder selber ist das normal, die wachsen ja völlig anders auf als wir früher. Als Medienpädagoge muss man eine Balance finden zwischen der eigenen Wahrnehmung und der Wahrnehmung der anderen. Wie ich das wahrnehme das ist etwas völlig anderes als für meine Klientel, für die Kinder und Jugendlichen. Da ist es wichtig in einen Dialog zu kommen, ein bisschen von diesem Pädagogenstuhl runter zu kommen und auf Augenhöhe mit Kindern und Jugendlichen zu gelangen. Wobei es dann die Fachkompetenz der Pädagogen ist, das umzusetzen. Den Austausch zu strukturieren und neue Wege zu suchen, um in diesem Überfluss für die Kinder eine Hilfe zu sein. Ich habe oft den Eindruck, dass die inhaltlich und technisch sowieso auf dem Damm sind, aber oft von den Angeboten und Möglichkeiten überrollt werden und mit der Auswahl überfordert sind. Muss ich das jetzt alles haben? Wie kann ich Medien sinnvoll nutzen? Auch viele Pädagogen fühlen sich überfordert: `Ich will das alles nicht, ich finde das alles furchtbar` Dieser Rückzug auf scheinbar Altbewährtes hilft den Kindern und Jugendlichen aber nicht, weil sie Orientierung brauchen. Man bekommt so keinen Zugang zu ihnen. Oder man erkauft ihn sich, indem man alles zulässt.
Neues Austarieren ist da notwendig um auch Bedenken von Seiten der Medienpädagogik zu artikulieren und zu sagen, das halten wir jetzt aus diesen oder jenem Grunde für wenig förderlich. Aber auch zu hören - ich finde sehr viel Austausch wichtig - wie sehen die Jugendlichen das. Dann auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wie ist das überhaupt. Ich kann mich gut an unseren Jugendkurzfilmwettbewerb erinnern. Es gab als Preis einen Tag bei einer RTL- Produktion und die Gewinner, 15-16 jährige wollten unbedingt die Produktionsarbeiten von Cobra 11 ansehen. Die Mädels haben sich aufgestylt und gerüscht und das war im Winter. Und wir waren auf einem Stück stillgelegter Autobahn und es war einfach nur kalt. Wir haben nur gefroren und, um einen Crash von ein paar Sekunden zu sehen, Stunden in der Kälte gestanden. Wir sind gut begleitet worden, es gab auch etwas zu trinken und zu essen, aber da waren einfach nur so ein paar Buden. Das fand ich total gut, weil die Jugendlichen natürlich völlig andere Vorstellungen davon hatten. Das ist wichtig, dass man hinter die Kulissen guckt. Es muss nicht jeder ein Star werden oder ein Star sein, was allen so vorgegaukelt wird, das ist ja mit totalen Zwängen verbunden. Dass man da weiterhin Entmystifizierung betreibt und dieses ganze Überkandidelte, diese ganzen Formate ein bisschen enttarnt. Diesen Blick hinter die Kulissen halte ich auch zukünftig für eine wichtige medienpädagogische Aufgabe.
Was erwartest Du für die nächsten Jahre, zehn Jahre? Welche wesentlichen medialen Veränderungen siehst Du kommen und wie wird sich vielleicht unser Leben verändern. Als Vision, wirklich weiß es ja keiner.
Die technische Entwicklung kann ich nicht überschauen. Ich denke, dass die ganzen technischen Möglichkeiten auf alle unsere Beziehungen Auswirkungen haben. Z.B. mehr Unverbindlichkeit. Wenn man sich in den Chats und den Kontaktbörsen umschaut, wird der Eindruck vermittelt, es könnte ja noch etwas Besseres kommen. Auch junge Leute wollen sich nicht festlegen, wenn sie jemanden kennen lernen, weil so ganz passt das ja nie. Es gibt ja unendliche Möglichkeiten. Es verändert sich die Kommunikation. Die Optionen wachsen, , es wird technisch immer mehr möglich sein. Das verändert auch den Blick.
Du fürchtest eine Verarmung der Kommunikation?
Ja, das würde ich so sehen. Die ganzen Zwischentöne oder etwas wachsen zu lassen, dazu fehlt in heutiger Zeit der Atem. Also, wenn etwas nicht passt, muss es weg. Es könnte ja noch etwas Besseres kommen. Das kann man natürlich auch auf andere Bereiche beziehen.
Was bringt die Globalisierung für uns?
Das Wort gibt es zwar und sicherlich sind im Wirtschaftsbereich schon viele Dinge geschehen. Aber jeder will von seiner Struktur wenig abgeben. Wenn man sich in der Medienpädagogik umschaut, sind da auch Kontakte, über den Tellerrand zu gucken. Aber im realen Austausch passiert relativ wenig, wenn man bedenkt, dass sich jeder über Mails, Internet, TV an einem Ort überall auf der Welt begeben kann, ohne sich physisch zu bewegen Ohne die mediale Entwicklung ist Globalisierung aber gar nicht denkbar. Da passieren dann z.B. so Dinge, dass ein Inder in Bombay meine Kundenfragen zu meiner Waschmaschine bei einer Hotline beantwortet. Ihm real gegenüberstehen werde ich sicher nie, und wem dient ein solche Vorgehensweise dann? Meiner Meinung nach in erster Linie der Wirtschaft.
Wenn man das jetzt mal andersrum betrachtet? Die Konkurrenz zwischen den Ländern wird immer stärker, die staatlichen Ressourcen werden immer geringer und die Ressentiments gegen Nicht-Deutsche wachsen. Was kann die Medienpädagogik da machen? Kann man da heute schon was machen? Müsste man da nicht schon was machen?
Für mich geht der Weg über Informationen. Dass man weiß, mit wem man es zu tun hat. Also auch seine Ressentiments, die sicherlich da sind, benennen zu dürfen, aber dann auch mit den Menschen, um die es geht, wirklich in Kontakt zu treten. Ich sehe, dass es da welche gibt, die das auch wollen und auch machen, aber auch welche, die sich verschließen. Auch bei uns, denke ich. Die Angleichung der Kulturen unter dem Stichwort Toleranz und Zusammenwachsen ist ein hehres Ziel. Ich glaube, das ist schwieriger als wir denken.
Wir haben ja den Begriff der Parallelgesellschaften. Türkische oder Russland-Deutsche, die sich ausgrenzen, weil sie nur Chancen am unteren Rand unserer Gesellschaft bekommen.
Ich war in Russland, dort ist es völlig anders vom Denken her. Ich habe einen Jugendlichen gefragt, was er hier in Deutschland vermissen würde. Er sagt zu mir: die Freiheit. Ich meinte die Freiheit haben wir doch hier, doch nicht in Russland. Er meinte die Freiheit, auf dem Land mit dem Traktor rumzufahren oder mit dem Auto und kein Mensch kümmert sich darum. Und hier brauchst Du für alles eine Zulassung, was auch mit Geld zu tun hat, mit dem Führerschein und sonst etwas. Und das meinte er mit Freiheit. Dass wir dieses Wort so unterschiedlich besetzt haben, zeigt, dass man auch auf der kommunikativen Ebene auf Grenzen stößt. Das wird von den Politikern immer die Integration verbal beschworen aber gleichzeitig bürokratische Hürden aufrechterhalten. Wenn man dann ganz konkret bei den Menschen guckt, ist das noch ein weiter Weg. Überall sind auch Chancen, weil man voneinander viel lernen , voneinander annehmen kann. Man könnte ja auch einen Synergie-Effekt daraus machen. Das muss aber von den verschiedenen Seiten auch gewollt sein. Und dann gibt es immer noch diese Ständekämpfe, diese Hortung der Pfründe. Keiner will etwas von seinen Privilegien abgeben.
Das ist doch ein Risikopotential unserer Gesellschaft. Kann Pädagogik oder Medienpädagogik da etwas machen?
Gerade Pädagogik kann etwas bewirken. Wenn Du in den OTS gehst, da geschieht es auf kleiner Ebene wirklich zwischen den Jugendlichen. Dass die sich dort treffen - wenn es funktioniert, wenn es Konzepte gibt, die das möglich machen -, dass die sich annähern und gegenseitig akzeptieren. Und dass nicht die Türken da sitzen und die Russen in der anderen Ecke. Dort hat man die Möglichkeit, gerade auch bei denen, die später dann auch erwachsen werden, die gegenseitige Toleranz und das Interesse füreinander zu fördern.. Das lässt sich gut mit praktischer Medienarbeit transportieren.
Ist es möglich, dass das in der Kirche eine nicht so große Rolle spielt, weil die türkischen Jugendlichen nicht kommen, weil es Moslems sind?
Doch, doch, wir haben sehr viele. Bei uns zeigen die Leute nicht ihre Taufurkunde. Wir haben sehr viele, gerade in den OTS. Bei mir in der Gemeinde fahren auch türkische oder iranische Jugendliche als Betreuer mit in die Freizeit. In unserem Verständnis von kirchlicher Jugendarbeit geht nicht darum, die Jugendlichen zu missionieren, sondern darum, ihnen einen Raum zu bieten, und sie so, wie sie sind, ernst zu nehmen Und jede (r) ist wichtig und wer kommt, der kommt und der wird auch eingebunden.
Werden solche Konzepte von Integration und Interkulturalität in der Kirche, in der Jugendarbeit auch diskutiert?
Ja, sicher. Wir haben hier auch ein Referat Interkulturelle Jugendarbeit, in dem eine Kollegin von mir arbeitet. Mit der habe ich vor Jahren, als ich anfing, ein deutsch-griechisches Radioprojekt gemacht. Das hat sich als gutes Instrument erwiesen. Wir haben gesagt : Also Ihr habt den gemeinsamen Arbeitsauftrag, eine Sendung zu machen. Und dann kamen die sofort in die inhaltliche Diskussion. Wie ist das mit Mädchen und Jungen, welche Rollen spielen die, welche Eltern sind strenger, welche Rituale gibt, welche Rolle spielt die Religion. In Griechenland ist das ja Staatsreligion. Da hat sich gezeigt , dass solche interkulturellen Medienprojekte wirklich schneller anfängliche Hürden zu überwinden helfen und direkt in ein inhaltliches Gespräch zu kommen und eine Gruppe aufzubauen. Wir haben gemerkt, dass das eine gute Möglichkeit ist, über ein Medium in konkrete Diskussionen zu kommen. Dafür muss natürlich Geld zur Verfügung stehen.
Das wird es erst geben, wenn das gesellschaftlich als massives Problem auftaucht. Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Es ist weiterhin wichtig, sich für die Sicherung einer qualifizierten Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen auch im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang medienpädagogische Strategien und Konzepte für Kinder und Jugendliche zu entwickeln. Da muss man Fantasie entwickeln und sehen, wie die Lage ist.