Interviews

Name:
Karin Eble
Tätigkeit:
Medienpädagogin
Institution:
Jugendhilfswerk
GMK-Expertenbefragung 2005
Karin Eble
Beschreiben Sie bitte Ihren Arbeitsbereich.
Ich bin beim Jugendhilfswerk, einem Verbundsystem der Jugendhilfe tätig. Ich arbeite seit 15 Jahren im medienpädagogische Bereich mit Kindern und Jugendlichen und im Bereich der Erwachsenenbildung. Seit zwei Jahren leite ich den Fachbereich Fortbildung im Wissenschaftlichen Institut des Jugendhilfswerks. Wir betreuen dort insbesondere zwei Netzwerke. Eines für MultiplikatorInnen, die die Medienkompetenz von Mädchen fördern wollen, www.mutliline-net.de. Das zweite ist das themenorientierte Netzwerk “soundnezz“, da geht es um eine Plattform rund ums Hören. Daneben geben wir ein Fortbildungsprogramm heraus, mit vielen medienpädagogischen Angeboten. Das ist mein Hauptschwerpunkt. Außerdem initiiere und konzeptioniere ich Fortbildung für den allgemeinen Bereich der Jugendhilfe.
Ist das eine Projektstelle oder eine feste Stelle?
Ich habe eine Stelle mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag von 65% und zusätzliche 25% sind befristet und an jeweilige Projektförderungen gekoppelt. Vom Arbeitsauftrag her hat sich das verschlechtert. Vorher hatten wir Festfinanzierungen, einerseits von der Stadt und andererseits vom Land. Im Zuge der Sparmaßnahmen hat die Zuweisung von Geldern abgenommen. Ich habe jetzt noch ein festes Arbeitsverhältnis, aber wenn die Projekte nächstes Jahr nicht bewilligt werden würden, reichen die Gelder des Trägers nicht aus. Die Situation beeinflusst das Arbeiten. Es geht immer ein Stück weit ums Überleben. Also, sich mit der Tätigkeit zu legitimieren und neue Anträge zu schreiben. Und es ist immer die Frage, wer von den KollegInnen ist von Kürzungen zuerst betroffen. Ich bin nicht die Erste, die betroffen wäre, weil ich Betriebsrätin bin und mittlerweile eine langjährige Betriebszugehörigkeit aufweisen kann.
Wie schätzen Sie die Zukunft ein?
Wir haben es bis jetzt immer geschafft, neue Maßnahmen und Projekte zu entwickeln, die dann auch von den zuständigen Stellen bewilligt wurden, deswegen bin ich optimistisch. Unsere Projekte sind in letzter Zeit umfangreicher geworden, aber jeder Projektantrag kann natürlich auch scheitern.
Wir hatten ja auch eine permanente Steigerung bis zum Absturz.
Die Frage ist ja immer: ist das Projekt auch gut und sinnvoll? Vor drei Wochen war ich in der Jury einer projektfördernden Einrichtung in Baden-Württemberg. Es ging um die Auswahl von Medienprojekten. Für jedes Projekt, das einen Hauch von struktureller Förderung für die jeweilige Einrichtung hatte, war der Projektzuschuss verloren. Ich habe nachgefragt, was sie glauben, damit zu bezwecken. Viele kleine Träger haben mittlerweile kein Basisförderung mehr. Gerade strukturelle Förderungen im Sinne einer Bereitstellung von technischer Infrastruktur und qualifiziertem Personal sind im Bereich der medienpädagogischen Arbeit unabdinglich, werden jedoch auf diese Weise zerstört. Da sich weder Land noch Kommune noch zuständig fühlen, haben die Träger keine Basisförderung mehr. Durch Projekte können viele kleine Träger die nötige Infrastruktur aufrechterhalten und das soll ihnen verwehrt werden. Wäre es nicht viel sinnvoller, Medienzentren in den Städten mit technischer Ausrüstung und qualifiziertem Personal zu fördern? Statt dessen wird mal der einen, mal der anderen Institution ein Computer bewilligt, der dann die Hälfte des Jahres nicht genutzt wird.
Die scheidende Landesregierung NRW hatte gerade eingesehen, dass Strukturförderung wichtig ist.
Wir stellen uns auch die Frage welche Formen das noch annimmt. Inhaltlich ist gerade in dieser Jurysitzung sehr deutlich geworden, dass wir eine Konkurrenz in der Medienpädagogik mit den Verbänden haben. Verbände bieten jetzt auf einmal Qualifizierungen in Medienpädagogik an. Das ist ja erst einmal löblich. Dann wird aber überhaupt nicht mehr danach gefragt, wer eigentlich dahinter steht. Wer macht das eigentlich? Ist das wirklich nur ein anwendungsbezogener Kurs im Sinne von, wie bediene ich das Internet oder bediene ich Computerprogramme und nicht mehr in unserem Sinne wie wir Medienpädagogik verstehen?
Also rein technisch orientiert?
Ja, das ist eine Katastrophe. Ein Schlagwort lautete dann: In dem Projekt sind MigrantInnen beteiligt. Und schon haben die dort fünf Projekte gesichert..
Wie schätzen Sie denn die Zukunft ein?
Wir sind ein Element der Jugendhilfe. Wir haben einen Bereich, der die Medienpädagogik abdeckt und medienpädagogische Projektarbeit geleistet hat. Ich will nicht in diese Lethargie verfallen, alles hat keinen Sinn. Aber wir sind natürlich inmitten einer Bildungsdiskussion. Wohin geht die außerschulische Bildungsarbeit? Oder dass sie erstmal als Bildungsarbeit definiert wird, wie ist das Zusammenwirken mit Schulen, welche Rolle spielt darin die Medienpädagogik? Das betrifft meinen Arbeitsbereich. Ich denke, es sieht auch nicht so schlecht aus, wenn sich die Jugendhilfe - und im Bereich Jugendhilfe können wir viel vorweisen - positioniert und sagt, wir können da gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Das gilt es zu formulieren und in die Offensive zu gehen.
Leidet die außerschulische Jugendarbeit unter der Zusammenarbeit mit der Schule?
Wir haben so viel Anfragen von Schulen wie noch nie. Das hat natürlich mit der Öffnung von Schule zu tun, wobei manche Schulen hier in Baden-Württemberg noch keine Ganztagesschulen sind, aber trotzdem Projektarbeiten etabliert haben. Von daher ist bei uns immer zu fragen: wo sind wir der verlängerte Arm der Schule und wo positionieren wir uns selbst als eigenständiges Bildungsfeld, Bildungsgebiet? Die Entwicklungen sind da, aber es wird politisch nicht gesteuert. Im Prinzip müssten das Sozial- und Kultusministerium enger zusammen arbeiten und eine Linie entwickeln, damit wir nicht immer am kürzeren Hebel sitzen und wir für die Projektarbeit zuständig sind, von deren Finanzierung angefangen bis zur Umsetzung. Sondern dass wir als gleichwertiger Partner der Schulen angesehen werden.
Im Grunde genommen bräuchte man für eine solche Arbeit auch eine Finanzierung?
Genau. Wenn wir zum Beispiel Förderungen von der Landesmedienanstalt haben, dann ist das auch in diesem Rahmen drin. Aber wenn nicht, dann wird es problematisch. Das Jugendhilfswerk gründet derzeit eine Schule. Wir versuchen, die Zweiteilung von Jugendhilfe und Schule aufzuheben und ein gesamtheitliches Konzept mit einem Medienschwerpunkt zu entwickeln. Wir machen eine eigene Schule auf, von der ersten bis zur zehnten Klasse. Das ist spannend. Das ist nämlich so ein Gegenmodell nach dem Motto: es kann auch anders gehen, Jugendhilfe kann sich auch bewegen. Zwei Klassen, die 7. und die 8. existieren schon und im nächsten Schuljahr wird die 1. Klasse starten . Es wird sich zeigen, welche Funktion die Medien in dieser Schule spielen werden und können.
Gibt es besondere Zielgruppen?
Es wird eine Art Quotierung geben, aus welchen Bildungsschichten oder Haushalten Kinder und Jugendliche aufgenommen werden. Auf jeden Fall werden Mädchen und Jungen aus benachteiligenden Verhältnissen berücksichtigt.
Gibt es bei Ihnen eine europäische Zusammenarbeit?
Wir sind ja im Dreiländereck, von daher gibt es viele grenzüberschreitende Kontakte zwischen Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Wir machen immer kleine gemeinsame Projekte. Es gibt ein Projekt vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, in dem ich mitarbeite, das nennt sich: „Jugendliche in sozial benachteiligten Stadtteilen“. Dieses Projekt hat keinen medienpädagogischen Medienschwerpunkt, aber die Thematik Benachteiligung. Ich arbeite seit ca. acht Jahren in EU-Projekten mit, derzeit arbeite ich im Projekt Meta Europe und werde mit einem europäischen Partner medienpädagogische Qualifizierungen im auditiven Bereich anbieten. Der erste Kurs läuft in Sunderland (England). Personen aus ganz Europa können sich beteiligen.
Muss Ihre Institution die Anträge dafür stellen?
Wir stellen eigene Anträge sind aber auch Partner. Der Antrag „Meta Europe“ wurde bspw. über die PH gestellt. Die erforderlichen Eigenanteile werden durch die Zusammenarbeit mit den kapitalstärkeren Universitäten besser erreicht.
Wie sind Sie zur Medienpädagogik gekommen?
Ich habe eine Karriere auf dem Zweiten Bildungsweg hinter mir. Ich habe klassisch Sozialpädagogik studiert. Danach war ich bei einer Beratungsstelle für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit im Suchtbereich angestellt. Dabei habe ich gemerkt, dass neben dem Umgang mit Zeitungen noch etwas anderes existiert. Seit dieser Zeit habe ich mich mit den visuellen Medien beschäftigt. Ich habe dann in Tübingen eine Fortbildung zur Medienpraktikerin und anschließend das Aufbaustudium Dipl. Pädagogik an der PH Freiburg mit Schwerpunkt Medienpädagogik und Informatik absolviert Und hier bei der Stelle beim Wissenschaftlichen Institut des Jugendhilfswerks kann ich medienpädagogische Projektarbeit, Forschungsaufträge und Qualifizierungen gut verbinden.
Was würden Sie jungen Leuten empfehlen?
Ich finde, es kommt schon auf den Bereich an, in dem man tätig sein möchte. Wenn man im Jugendhilfe- und Bildungsbereich tätig ist, halte ich eine pädagogische Ausbildung für zwingend notwendig. Im WI -JHW gehen MediengestalterInnen, GrafikerInnen, Sudierende von der Hochschule der Medien, Sozialpädagogik oder von den Kulturwissenschaften aus und ein. Wenn wir im Bereich der Jugendhilfe mit schwierigen Zielgruppen zu tun haben, ist ein pädagogisches Verständnis und eine bestimmte Didaktik, in der Projektarbeit erforderlich. Da ist ein pädagogisches Studium hilfreich.
Gibt das auch Berufschancen?
Die Leute, die hier ein Praktikum gemacht haben, kommen eigentlich ziemlich gut unter, weil diese Kompetenzen, die sie sich hier im Medienbereich erworben haben, auch gefragt sind. Das ist der klassische pädagogische Bereich. Es ist schon die Entscheidung, wo man arbeiten will. Wir haben hier auch eine Journalistin, eine Germanistin. Wichtiger ist meiner Ansicht nach die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit. wenn ich ein Netzwerk betreue und redaktionelle Arbeit leisten muß - gleichzeitig das Netzwerk aber auch aufbauen muss und Informatikkenntnisse brauche - , dann ist Teamarbeit immer gefragt. Die Bereitschaft dazu muss vorhanden sein. Ich würde den Leuten raten, sie sollen immer ihren Interessen nachgehen. Wenn sie dann zu den Medien kommen wollen, dann kommen sie mit ihren nicht unbedingt spezialisierten Ausbildungen auch in den Medienbereich. Weil hier das Zusammenspiel wichtig ist.
Sie hatten also nicht so einen geraden Weg?
Das ist aber wohl für diesen Bereich typisch. Denn, wo gibt es einen klassischen grundständigen Studiengang Medienpädagogik? Es gibt wenige Stellen. Hilfreich ist dabei ein Studium der Medienpädagogik und/oder der Kommunikationswissenschaft allemal.
Gibt es ein bestimmtes Medienereignis, das Sie für die Medien interessiert hat?
Es gab ein Schlüsselerlebnis in meinem Erststudium der Sozialpädagogik. Damals gab es in Berlin an der Fachhochschule das Fach Medienpädagogik, aber das hat niemand so wirklich ernst genommen und für gravierend gehalten. Es gab dort ein Videoseminar. Damals habe ich im Praktikum in einer Wohngemeinschaft mit psychisch Kranken gearbeitet. Und mit den BewohnerInnen haben eine Kommilitonin und ich ein Video gedreht. Das war schon ein Schlüsselerlebnis. Zu sehen, wie sich die psychisch Kranken artikuliert haben und über ihr Krankheitsbild berichtet haben, mit so viel Witz und Ironie. Das was phantastisch. Das hat mir total gut gefallen. Mir ist da klar geworden, dass man mit Medien in der pädagogischen Arbeit gut arbeiten kann.
Was sind die zentralen Themen, aktuell und zukünftig? Wo gibt es gesellschaftlichen Bedarf für Medienpädagogik? Wo sind die größten Defizite?
Die zentralen Themen sind Bildung, Partizipation und Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche. Wenn man sich die letzten Studien anschaut, PISA, OECD oder die UNICEF-Studie zur Kinderarmut, dann ist ganz klar, dass in unserer Gesellschaft eine Schieflage existiert. Wir in der Jugendhilfe, und das Jugendhilfswerk speziell, sind dafür da, Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit niedrigem Sozialstatus zu fördern. Wir können auch weiter gehen. Kinderarmut geht auch einher mit sozialer Benachteiligung, das führt zu Ausgrenzungen. Wenn man davon ausgeht, dass Medien mit zur Sozialisierung gehören, dann ist die Frage, was bestimmte Zielgruppen in unserer Gesellschaft mit Medien machen und wie ist deren Umgang damit? Dann sind wir am Puls der Zeit.
Welche Veränderungen erwarten Sie medientechnisch? Wie ist Ihre Vision? Wie werden wir in den nächsten zehn Jahren leben?
Das ist eine schwierige Frage. Wenn Sie mich das vor zehn Jahren gefragt hätten, hätte ich das auch nicht so absehen können. Dass wir mittlerweile über Computer telefonieren usw., das war damals noch gar nicht vorhersehbar. Ganz klar ist, dass sich die Kommunikation verändert. Dass wir die Medien zur Kommunikation nutzen, dass alles globaler wird. Dass wir auf weiter Entfernung mittlerweile Projekte machen und in Netzwerken agieren.
Denken Sie, dass der gesellschaftliche Bedarf an Medienkompetenzförderung wachsen wird oder wird er eher sinken?
Der Bedarf wird auf jeden Fall wachsen. Wir haben hier gerade Computerspiele programmiert. Im Vergleich zu den herkömmlichen Videokursen, die wir früher gegeben haben, sind Parallelen zu verzeichnen. Zum Beispiel, dass Erzählstränge ausgearbeitet werden. Aber die Technik hat sich verändert. Jetzt geht man zur 3D-Technik. Da wachsen wir mit. Wer hat zu diesen Technologien Zugang? Ein Mädchen ist dabei und kommt extra aus Hessen angereist, weil ihre Mutter Programmiererin ist. Das finde ich super. Gleichzeitig haben wir zwei Mädchen aus einer Wohngruppe, die sozial benachteiligt sind. Wenn es diese Angebote nicht gibt, wo haben diese Menschen dann den Zugang, so etwas zu lernen und es auch zu durchschauen? Welche Möglichkeiten habe ich die Medien aktiv zu gestalten. und im Cyberspace zu sein?
Es könnte ja sein, dass die Programmierung von Medien immer leichter wird, oder der Zugang, oder die Schwelle Schnittstelle Mensch/Maschine, das wird sich sicher verändern. Es könnte ja sein, dass die Jugendlichen so einen tollen Zugang dazu haben, dass sie gar keine Pädagogen mehr brauchen.
Das ist jetzt quasi nur rein anwendungsbezogen gedacht.
Wir fragen aber auch, für was nutzen wir die Medien? Das war schon immer das Credo des Jugendhilfswerks.
Es wäre ein verengter Medienkompetenzbegriff zu sagen, wir fördern nur die technische Anwendung , sondern wir sagen, Förderung der Kinder und Jugendlichen geht über Persönlichkeitsbildung.
Medienarbeit macht Jugendlichen nach wie vor Spaß.
Wir setzen Medien in der Jugendarbeit ein im Hinblick auf Persönlichkeitsbildung und dem eigenen Weiterkommen, der persönlichen Entwicklung und der aktiven Beteiligung in der Medienwelt.
Stichwort Migration, Parallelgesellschaften. Haben wir vielleicht einen Prozess von Desintegration und vielleicht neuen Ressentiments gegen Nicht-Deutsche oder erwarten Sie auch mehr Chancen der Verständigung? Wo sehen Sie da die Bildung und die Pädagogik?
Ich gehe davon, dass Begegnungen Toleranz fördern. Das ist auch ein Credo für die Pädagogik. Begegnungen zu initiieren, und Projekte in die Wege zu leiten, die Begegnung und Toleranz fördern.
Haben Sie ein interkulturelles Publikum?
Unser Publikum ist interkulturell gemischt. Im letzten Schulprojekt waren bspw 12 Nationen vertreten.
Zeigt sich, dass medienpädagogische Arbeit dazu beiträgt, Verständnisprozesse zu befördern?
Auf jeden Fall. Medien bieten sich an, über Grenzen hinweg zu gehen, über den Tellerrand zu blicken und Neues zu entdecken.
Führt Globalisierung dazu, dass wir auf Grund der Konkurrenz aller Staaten irgendwann gar kein Geld mehr für Bildungs- und Medienarbeit haben? Oder werden wir dadurch angeregt? Erweitern sich durch die internationale Kommunikation die Möglichkeiten? Deuten sich in dem Umfeld Trends an?
Unser Job ist es hier, Vermittlungsarbeit zu leisten und die Toleranz durch Projekte zu fördern. Medien eignen sich hervorragend, genau damit zu arbeiten.
Wenn man in friedlichen Gesellschaften leben will, nimmt die Notwendigkeit von Verständigungsprozessen zu.
Neulich war hier eine Frau aus Afrika, die derzeit dort ein Frauennetzwerk aufbaut. Wenn wir über solche Begegnungen in manchen Mädchenarbeitskreisen erzählen, kommt ganz viel Positives zurück. Es kommt wohl immer darauf an, mit wem man gerade arbeitet.
Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Das Wichtigste ist mir, noch mal zu schauen, was hat es mit der Benachteiligung hier vor Ort im Bildungsgefälle eigentlich zu tun. Es ist mir wichtig, dass diese Bildungsaspekte erwähnt werden. Ich habe das Gefühl, gerade was Medien angeht, ist immer diese Linie da: alle haben bereits Zugang zu den neuen Medien und Medienpädagogik brauchen wir nicht mehr. Ich meine, das Credo ist ein anderes. Wir brauchen mehr Medienpädagogik denn je.
Das hat mir so auch unser Wirtschafts- und Arbeitsminister Clement gesagt. Dessen Frau ist Lehrerin, Töchter sind auch Lehrerinnen. Die Jugendlichen können das alles, die brauchen das nicht. Die Jugendlichen seien alle medienkompetent.
Aber es fehlen die anderen Aspekte im Ganzheitlichen. Wie können wir eigentlich mit Medien arbeiten? Auf der einen Seite, was kann man damit machen, und auf der anderen Seite, was bewirken sie in der pädagogischen Arbeit?
